Schülerübungsfirmen

Schülerübungsfirmen an der Seerosenschule

1. Schülerübungsfirmen allgemein

In den Schüler-Übungsfirmen sollen die Schüler*innen durch praktisches Handeln die Lernziele der arbeitspraktischen Fächer umsetzen und wirtschaftliche Zusammenhänge besser kennen und verstehen lernen. Weitere Ziele sind die Steigerung der Motivation durch Sichtbarmachung von Arbeitsergebnissen sowie die Vermittlung der von Wirtschaftsfachleuten immer wieder geforderten Schlüsselqualifikationen wie Eigeninitiative, Teamfähigkeit und Selbständigkeit.

Als zentrale Anliegen der Schülerübungsfirmen kristallisierte sich in Poing heraus:

  • die  Ausweitung der praktischen Tätigkeiten im Unterricht
  • mehr Erfahrungen der Schüler*innen in unterschiedlichen Berufsfeldern
  • realistisches Bewerbungstraining
  • die Schulung der sogenannten Schlüsselqualifikationen, die im herkömmlichen Unterricht doch nur sehr theoretisch vermittelt werden können.

2. Schülerübungsfirmen in Poing

Im Jahre 2004 wurden für die Schüler*innen der Klassen 7 bis 9  am SFZ Poing Schüler-Übungsfirmen gegründet. Dazu entstand der Trägerverein school@work e.V.

Im Mittelpunkt der Arbeit steht das Ziel, die Chancen der Schüler*innen auf eine künftige berufliche Eingliederung zu erhöhen. Die Schülerübungsfirmen werden neben einer neuen Form der Berufsvorbereitung auch dem Anspruch der individuellen Lernförderung gerecht: Die Arbeit in unseren Firmen (Kleingruppen mit je 4-6 Schülern)  ermöglicht es der Lehrkraft (Firmenchef), intensiv auf alle Schüler*innen (Mitarbeiter*innen) einzugehen. Jede Firma wird von Sonderschullehrer*innen bzw.Fachlehrer*innen geleitet.

Durch die Arbeit der Schülerübungsfirmen wird die Schule nach außen geöffnet. Kooperationsformen mit schulischen und außerschulischen Partnern werden angebahnt. Im Rahmen der Zusammenarbeit mit dem Bereich Handwerk kommen Fachleute in die Firmen, um den Schüler*innen fachspezifische Kenntnisse zu vermitteln.

In Fortbildungen für Kolleg*innen anderer Schulen berichten wir von unseren Erfahrungen und zeigen Möglichkeiten auf, wie Schülerübungsfirmen an Schulen verwirklicht werden können.

Seit dem Schuljahr 2014/2015 nehmen auch die Schüler*innen einer Kooperationsklasse (8. Jahrgangsstufe) der Anni-Pickert-Mittelschule an den Schülerübungsfirmen Poing teil. Mit Beginn dieser Kooperation erweiterte sich auch das Angebot an Schülerübungsfirmen um eine Firma für Auftragskunst und eine weitere Kochfirma

3. Angebotene Übungsfirmen

  • Dienstagsmaler(Raumgestaltung, Lackierarbeiten)
  • Seerosenblatt(Schülerzeitung)
  • Designwerkstatt“ (Entwurf und Herstellung von kleinen Objekten)
  • Die Chilikatzen“ (Koch- und Backfirma)
  • Soziale Firma(Mitarbeit in Kinder- und Seniorenbetreuungseinrichtungen)
  • Deko und Garten(Gestaltung des Schulgartens, Gartendeko)
  • Verknüpft und Zugenäht“ (Herstellung von textilen Gegenständen)

4. Bewerbungen

4.1 Verbesserung des Bewerbungsverhaltens

Großer Wert wird darauf gelegt, das Bewerbungsverfahren so authentisch wie möglich zu gestalten. Um bessere Chancen auf dem Arbeitsmarkt zu bekommen, ist ein gutes Bewerbungsverhalten absolut notwendig. Da unsere Schüler*innen pro Jahr in zwei unterschiedlichen Schülerübungsfirmen arbeiten müssen, durchlaufen sie sechsmal ein Bewerbungsverfahren. Hierbei müssen sie jeweils zwei Firmenchefs mit einer schriftlichen und einer mündlichen Bewerbung überzeugen.

4.2 Bewerbungsmappe

Am Ende der neunten Klasse haben die Schüler also 10 bis 12 schriftliche Bewerbungen erstellt und gesammelt. Außerdem erhalten sie von jeder Schüler-Übungsfirma ein Arbeitszeugnis.

Zusammen mit den Bewertungen aus den verschiedenen Berufspraktika können die Schüler*innen diese Dokumente in einer Mappe zusammenfassen und bei zukünftigen Bewerbungen für einen Ausbildungs- oder Arbeitsplatz als „Referenzen“ vorlegen.